Die Antwort ist schnell und eindeutig zu beantworten: ja!

Wurmbefall kann, wie die meisten Pferdebesitzer wissen, verschiedene Symptome hervorrufen: Stumpfes Haarkleid, Gewichtsverlust, wiederkehrende Durchfälle, Leistungsabfall, Bauchschmerzen bis hin zur Kolik, im schlimmsten Fall eine Ruptur ( Zerreissung) der Darmwand und plötzliche Todesfälle.

Hier eine Übersicht über die in Mitteleuropa wichtigsten parasitären Erkrankungen des Pferdes:

Magendasseln (Gasterophilus spp.) Dasselfliegen legen ihre Eier in den Haaren vor allem der Mähne und der Vorderextremitäten des Pferdes ab.Durch Belecken und den Kontakt mit dem Speichel schlüpft die Larve aus dem Ei, wird mit der Zunge in den Mund aufgenommen und gelangt in den Magen. Die Larven setzen sich im Magen fest, verursachen dort Entzündungsreaktionen, gestörte Sekretion der Magensäfte und Koliken. 

Spulwürmer (Parascaris equorum) sind meist ein Jungtierproblem. Spulwürmer können durch Muttermilch oder beim Werdegang übertragen werden. Die meisten Pferde entwickeln ab dem 18. Lebensmonat eine Immunität gegenüber Spulwürmern. Diese Wurmart befällt hauptsächlich den Dünndarm, verursacht Durchfall, Koliksymptome, Verstopfung, auch eine Zerreissung der Darmwand durch die Parasiten und die Entzündung der Darmwand kann passieren.

Zwergfadenwürmer (Strongyloides Westeri) sind ebenfalls hauptsächlich beim Fohlen bis zum 6.Lebensmonat ein Problem. Die entstehenden Symptome sind ähnlich wie beim Spulwurmbefall.

Bandwürmer (Anoplocephala spp.) kommen im Dünn- und im Dickdarm vor. Sie verursachen krampfartige Koliken, Verstopfungen, Invaginationen neben allgemeinen Symptomen wie Gewichtsverlust und wiederkehrende Bauchschmerzen.

Kleine Stongyliden ( Palisadenwürmer) sind unangenehme Zeitgenossen, weil ihr Vorhandensein nur schwer nachzuweisen ist, oft sogar erst nach dem Tod des Pferdes durch eine pathologische Untersuchung aufgedeckt wird. Die Larven dieser Wurmart verkapseln sich in der Dickdarmwand und bleiben dort unentdeckt. Durch die Störung der Darmwand kommt es zu chronischen Entzündungen und Durchfällen, die in manchen Fällen perakut zum Tod führen können. Da diese Wurmart in Mitteleuropa zur häufigsten Parasitenart gehört und auch eine sehr hohe Ansteckungsrate aufweist, muss hier neben der Entwurmung auch eine gute Weidehygiene unbedingt beachtet werden. Die kleinen roten Würmer können manchmal im Kot mit freiem Auge gesehen werden.

Pfriemenschwänze (Oxyuren) haben zum Glück keine pathologische Bedeutung, sie sind nur lästig, da die kleinen Würmer im Afterbereich des Pferde zu heftigem Juckreiz führen, der dann mit dem sog. Schweifscheuern beantwortet wird.