Das Pferd als ehemaliger Steppenbewohner verbringt nach Möglichkeit 12-16 Stunden pro Tag mit Nahrungsaufnahme. Auf dieses natürliche Verhalten ist auch ihr Verdauungstrakt ausgelegt. Im Pferdemagen wird rund um die Uhr unabhängig von der Nahrungsaufnahme Magensäure produziert. Diese Magensäure sollte durch den Speichel, den das Pferd während des Kauens von Raufutter produziert, abgepuffert ( neutralisiert) werden. Steht zu wenig Speichel zur Verfügung  wird die Magenwand durch die Säure angegriffen wird, wodurch häufig Magengeschwüre entstehen. Auch Darmkoliken und psychische Probleme wie Koppen und Aggressivität werden dadurch begünstigt. 

Im Sommer auf der Weide können die Pferde selber entscheiden wann und wieviel Futter gut für sie ist. Im Gegensatz dazu haben sie gerade zu Paddockzeiten leider oft nicht die Möglichkeit ihrem natürlichen  Bedürfnis zur ständigen Nahrungsaufnahme nachzukommen.  

Als Faustregel gilt:

  • über 24 Stunden verteilt pro 100 kg Körpergewicht 1,5-2 kg Raufutter
  • die Abstände der einzelnen Fütterungen nicht länger als 4 Stunden

Es muss für jedes Pferd eine individuelle Lösung dafür gefunden werden. Ideal sind verschiedene Netze, Gitter oder Tonnen, aus denen die Pferde ihre Raufutterration nur langsam zu sich nehmen können und somit länger mit der Nahrungsaufnahme beschäftigt sind.